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Treffen 2025

Unsere Treffen
Unser Treffen in Kalkar 10.-11. September 2025
(Oberst a.D. Eckard Wiegand)
Vorbemerkung
 
Das beim Treffen am Starnberger See aufgegebene Rätsel um den Veranstaltungsort für 2025 („Stadt mit K am Rhein – drei Optionen“) wurde mit „Kalkar“ aufgelöst. Als Anker- und Unterkunftspunkt für die meisten Angereisten war aber das Hotel „Rheinpark“ in Rees ausgesucht – eine gute Wahl, direkt am Rheinufer gelegen. Die damit verbundenen Bustransfers zum nahen Tagungs- wie Abendveranstaltungsort Kalkar mussten in Kauf genommen werden; dafür konnte die „Schifffahrt nach Xanten“ am zweiten Tage am Schiffsanleger direkt vor der Unterkunft beginnen.
 Im angenehmen Hotel konnte man entspannt einchecken und öffentliche Parkmöglichkeiten waren reichlich nahebei vorhanden.
 Am Abend wurden die im und beim Unterkunftshotel begonnenen Gespräche bei griechisch-römischer Speisekarte im fußläufig entfernt gelegenen Restaurant „Rheinterrassen“ rege fortgesetzt und Neuigkeiten seit dem letzten Treffen ausgetauscht – gefühlt schien das Restaurant von „Führungsdienst-Veteranen im Handstreich“ genommen, denn wohin man auch schaute: Führungsdienstler!
Mittwoch, 10. September 2025
 
Mangels Parkraum in der Von-Seydlitz-Kaserne (der Namensgeber, preußischer GenLt der Kavallerie, war ein "Sohn Kalkars") ging es für fast alle Teilnehmer am Morgen mit dem Bus von der Unterkunft nach Kalkar. Vor der Wache von Funktionspersonal begrüßt, war in verschiedener Hinsicht sofort die „Zeitenwende“ erkennbar: Bei der Ausweiskontrolle stellte ein Kamerad fest, dass er „….zum ersten Mal in seinem Leben…..“ seinen Ausweis vergessen hatte. Nach kurzem Hin- und Her durfte er mittels Verbürgung durch Kameraden dennoch eingelassen werden. Und bei der Fahrt zum Kasino waren umfangreiche Baustellen erkennbar - die Belehrung über Fotografierverbot selbstverständlich. Der Hinweis, sich zwischen Kasino und Tagungsort nur in geschlossenen Gruppen zu bewegen, erinnerte mich an meine Gefechtsausbildung „...im geschlossenen Sprung, Marsch, Marsch!“ So wurde überall spürbar: Eine neue Zeit hat begonnen!
 
Im Kasino angekommen, waren durch unser seit Jahren fest eingespieltes Organisationsteam schnell die Namensschilder ausgegeben und restliche Formalitäten erledigt, sodass unser Sprecher, GenLt a.D. Ploeger, zur Begrüßung der 69 ehemaligen Offiziere und Freunde der Führungsdienste, davon 26 Damen, übergehen konnte. Ein namentliches Willkommen galt den anwesenden „Senioren“, Oberstlt a.D. Kaupmannsennecke, Oberstlt a.D. v. Groddeck und Oberstlt a.D. Zahler (Scholz). Von unserem Ehrensprecher, GenMaj a.D. Poschwatta, konnte er Grüße aus der Ferne bestellen.
 
Verbunden mit dem Dank für die Unterstützung dieses Treffens, stellte er O i.G. Worch vor, der in kurzfristiger Vertretung der Air Component Command (ACC)-Führung (GenLt Th. Poschwatta bzw. GenMaj Hogrebe, StvKdr, ChdSt, StOÄ) sowohl die Gastgeberrolle als auch den späteren Vortrag übernahm. Vorgestellt und begrüßt wurde auch Oberst Mbassa, Kdore des TaktLwG 33, der im Nachmittagsprogramm neben seinem eigenen Vortrag auch in Vertretung von O i.G. Heitzmann auftrat.
Beim folgenden deftigen Mittagsimbiss - Chili con oder sin Carne - stimmte man sich in den Gesprächsrunden auf die Themen des Nachmittagsprogramms ein. Schon traditionell gehen die Herren mit der Teilnahme an der "Informationsveranstaltung" und die Damen mit ihrem Programm ihre jeweils eigenen Wege: Die Herren wechselten per pedes in das Konferenzzentrum des Joint Air Power Competence Center (JAPCC), während die Damen per Bus in die Stadt verlegten.
Informationsprogramm

Dem guten Brauch folgend wurde das Informationsprogramm mit dem Gedenken an unsere seit dem letzten Treffen verstorbenen Kameraden begonnen. 22 Namen rief unser Sprecher im totenstillen Tagungsraum auf, und in jedem von uns kamen die Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse mit dem einen oder anderen Verstorbenen hoch.
Dieser Teil unserer Treffen stand in diesem Jahr zusätzlich im Zeichen des 50. Jahrestages eines tragischen - des größten - Unglücks unserer Luftwaffe: Am 9. Februar 1975 zerschellte in schlechtem Wetter durch Navigationsfehler eine Transall des "Hummel-Geschwaders (LTG 63, Hohn) auf Kreta in den Weißen Bergen, elf NM vor dem Souda-TACAN. Alle 41 Soldaten und ein Feuerwehrmann (die meisten von der 3./FlaRakBtl 39, Süderbrarup) fanden den Tod! Nach einer kurzen Schilderung der Ereignisse galt auch diesen Kameraden eine Schweigeminute!
Erster Vortrag:  
 
„Vorstellung des Air Component Command und des Standortbereiches Kalkar-Uedem-Kleve“ durch O i.G. Worch, Direktor des Stabes, zugl. Ltr Zentrale Dienste des ACC
 
 
Bei der persönlichen Vorstellung durch O i.G. Worch stellte sich heraus, dass er mit seinem Vortrag in gewisser Weise ein "Heimspiel" bei uns absolvierte, denn seine militärischen Wurzeln liegen bei der EloKa.
 
Bei der Darstellung der über drei Liegenschaften verteilten Dienststellen des ACC (hauptsächlich von-Seydlitz-Kaserne, Luftverteidigungs-Anlage Uedem) wurde deutlich, dass es sich hier um einen multinationalen Luftwaffen-/NATO-Kompetenz-Standort handelt, der mit "nur" ca. 1500 Dienstposten "gefühlt" den Großstandort Wahn in den Schatten stellt. Wenn man hört, dass darin etwa 200 DP aus 24 (!) Nationen enthalten sind und vielfältige Dienststellen und Gefechtsstände im Standortbereich stationiert sind, erkennt man auch schnell, warum hier und auch in Uedem so viele Baustellen zu sehen sind. Man spricht von insgesamt etwa 155 Mio € Bauvolumen.
Neben dem ACC (bis 2024: Zentrum Luftoperationen) als "prominenteste" und dem Kommando Lw direkt unterstellte Kommandobehörde finden sich weitere Dienststellen in Kalkar: Das JAPCC (Joint Air Power Competence Center), die LwUstGrp Kalkar, der FüUstSkt 3, ein SanVersZ, und Teile des BwDstLZ Münster.
Die zentrale Aufgabe des ACC ist die Bereitstellung eines Kernstabes für einen Gefechtsstand zur Führung von deutschen und NATO-Luftstreitkräften im Einsatz, konkret Betrieb des multinationalen Joint Force Air Component Headquarters (JFAC HQ). Darüber hinaus hat das ACC den Auftrag, die mit dem (NATO-) Combined Air Operations Center (CAOC) Uedem kollozierte Operationszentrale der Luftwaffe (OPZLw) zu betreiben sowie einsatzbezogene Führungsaufgaben der Luftwaffe in der taktischen Führung von Luftstreitkräften zu bündeln.
Dem ACC-Kommandeur unterstehen darüber hinaus die Einsatzführungsbereiche 2 und 3, das Geoinformationszentrum (Münster), die Lw-Anteile in multi-nationalen Stäben und Verbindungselementen, das Führungsunterstützungszentrum Lw (Köln-Wahn) sowie das Zentrum für Simulations- und Navigationsunterstützung Fliegende Waffensysteme der Bundeswehr (ZSimNav, Büchel).
(Anm.: inzwischen fanden/finden beim ACC weitere Strukturveränderungen zur besseren Ausrichtung auf die Landes-/Bündnisverteidigung statt).
Das JAPCC Kalkar, mit knapp 90 DP eine weniger bekannte, aber dennoch höchst bemerkenswerte streitkräftegemeinsame Dienststelle, soll auch kurz vorgestellt werden. Es ist eines von 31 "Centers of Excellence" der NATO. Das JAPCC versteht sich als "Denkfabrik" zur Weiterentwicklung von Luftmacht und der Luftstreitkräfte. Der konkrete Arbeitsschwerpunkt liegt in der Erarbeitung strategisch-operativer Führungs- und Einsatzkonzeptionen für „joint air and space power“. Das JAPCC Kalkar untersteht einem "Director", konkret dem US Befehlshaber Allied Air Command, Ramstein. Sein "Executive Director" (Stellvertreter) ist der Kommandeur ACC.
Zur Standortbeschreibung gehört neben den bereits angesprochenen Uedemer Dienststellen an prominenter Stelle das dem Kommando Lw als eigene streitkräfte-gemeinsame Dienststelle zugeordnete Weltraumkommando der Bw mit seinem Air and Space Operations Center (ASOC) unter Führung von GenMaj Traut. Deren primäre Aufgabe ist die Überwachung des Weltraumes, der Schutz eigener Satelliten sowie die Schadensprävention durch gefährlichen Weltraumschrott und „Weltraumwetter“. So dient das ASOC auch dem Schutz kritischer Kommunikations-Infrastruktur und der eigenen satellitengestützten militärischen Kommunikation.
Zweiter Vortrag:
„ Sachstand und Herausforderungen bei der Einführung des WaSys F-35 aus Sicht BAAINBw/ des TaktLwG 33 (vom WaSys Tornado zum WaSys F-35A)"
Kein Plan überlebt das erste Gefecht: Ursprünglich waren zu dem Thema zwei Vorträge geplant. In einem ersten Teil sollte durch den Projektmanager zu Sachstand und Herausforderungen bei der Einführung des WaSys F-35A aus Beschaffersicht berichtet werden. Im zweiten Part sollten Erfahrungen sowie Herausforderungen aus Sicht des Bedarfsträgers/ Nutzers dargestellt werden. Weil O i.G. Heitzmann ausfiel, hatte der Kdore des Nutzergeschwaders TLG 33, O Mbassa, die komplexe Aufgabe, über beide Aspekte dieses "Leuchtturmprojekts der Zeitenwende" vorzutragen. Locker und jederzeit auf die reichlichen Zwischenfragen eingehend beleuchtete der Kommodore in der Sprache des Einsetzers und Praktikers die vielfältigen Aspekte dieses Mammutprojekts.
Erinnert man sich, dass die Beschaffungsentscheidung für das WaSys vor etwa drei Jahren erfolgte, bedenkt man das Beschaffungsvolumen von mehr als 10 Mrd € und hält man sich das Ziel der Luftwaffe vor Augen, bei Ausphasung des WS Tornado 2030 bruchfrei alle klassischen Einsatzrollen durch die F-35 zu übernehmen, so wird deutlich, unter welchem ungeheuren Zeitdruck dieses Vorhaben bei allen beteiligten Dienststellen steht. Und bereits 2027 soll die erste F-35 in Büchel fliegen, bei zeitlich vorgeschalteter Ausbildung von fliegendem sowie technisch-logistischem Personal! Mit eindrucksvollen Bildern von der Großbaustelle Büchel verdeutlichte O Mbassa u.a., was es bedeutet, die Infrastruktur für ein Kampfflugzeug der
5. Generation mit höchsten Sicherheitsforderungen herzurichten. Wenn der "F-35-Campus" steht, ist der alte Flugplatz Büchel nicht wieder zu erkennen.
Von Vorteil allerdings ist, dass derzeit bereits 20 Nationen mit über 300 Lfz am F-35-Programm beteiligt sind, Tendenz steigend. Entsprechend werden Einführung und Nutzung des WaSys durch ein fortschrittliches globales "Contractor"-Logistiksystem unterstützt. Somit sollte auch Cross-Servicing fast weltweit kein größeres Problem darstellen.
Ein gewichtiger Teil der Information befasste sich mit Leistungsdaten, Netzwerkfähigkeiten, besonderen Eigenschaften eines „5th-generation-fighter“, dem "Mentalitätswandel" sowie den Unwägbarkeiten im laufenden Beschaffungsprogramm.
Mit seinem zusammenfassenden Satz: "Wer etwas will, findet Wege, wer etwas nicht will, findet Gründe", beendete O. Mbassa seinen spannenden und gut verständlichen Vortrag voller Zuversicht, dass diese Mammutaufgabe zeitgerecht erledigt werden kann.
In seinem Dank an den Vortragenden fasste unser Sprecher, GenLt a.D. Ploeger, zusammen ".......das Vorhaben ist so komplex, dass es nicht vergleichbar ist mit anderen Vorhaben, die jemals in der Lw zu bewältigen waren."
Dritter Vortrag:
„ Das WaSys Arrow III – Die Zeitenwende in der territorialen Flugkörperabwehr"
Mit dem Vortrag von O i.G. Koepper, Projektmanager des BAAINBw für das "Arrow Weapon System for Germany" (AWS-Arrow; Arrow III), wurden die Informationen aus erster Hand zu den neuen Fähigkeiten fortgesetzt. Der russische Einmarsch in die Ukraine Anfang 2022 war sozusagen der "Weckruf" zu einer umfassenden Bestandsaufnahme über die territoriale Luftverteidigung in Deutschland und Nato-Europa, wobei die größte Schwachstelle in einer Schutzlücke in der europäischen Luftverteidigung gegen ballistische Mittel- und Langstreckenraketen und somit dringender Handlungsbedarf erkannt wurden. Bereits im Mai 2022 nach einer „Marktsichtung“ des Verteidigungsauschusses in Israel, erfolgte die "Produktfestlegung" auf das Waffensystem Arrow.
Im September 2022 begannen die Vertragsverhandlungen nebst Suche nach geeigneten Stationierungsorten in Deutschland. 2023 erfolgte der Auftrag zur Beschaffung durch Bundeskanzler Scholz für drei Waffensysteme Arrow III in Israel. Die dafür notwendigen 3,6 Mrd € werden aus dem Sondervermögen der Zeitenwende bereitgestellt. Die eigentlich für unser Land ungewöhnliche Beschaffungsdynamik war in O i.G. Koeppers lebhaftem Vortrag deutlich zu spüren. Ganz besonders beeindruckend seine Schilderung der ungeahnten, umfassenden, unkonventionellen Bereitschaft von israelischen Behörden und Industrie, dieses komplexe (Vorzeige-)Projekt voranzutreiben. Diese Grundeinstellung ermöglicht u..a., dass das WaSys technisch in einigen Bereichen exklusiv für Deutschland angepasst wird. So sind auch die "Sprach-/ Schriftbarrieren" leichter zu überwinden, denn technische und betriebliche Dokumentationen sind in Hebräisch verfasst!
Nach Beobachtung des Vortragenden "... ist Israel stolz darauf, ...einen Beitrag zur Verteidigung Deutschlands leisten zu können; dies gilt nicht nur für die Beteiligten am Projekt..., sondern auch für die Bevölkerung!" Chapeau!
Da wird es fast zur Nebensache, dass die deutsche Arrow-Beschaffung für Israel das größte Rüstungsgeschäft in der Geschichte des Landes ist.
Die Stationierung der drei WaSys, im Prinzip bestehend aus je einem Gefechtsstand (BMC) mit Frühwarnradar, Startgeräten und Startgerätekontrollstation erfolgt im Westen, Norden, Osten und Süden des Landes. Das erste System konnte bereits Anfang Dezember 2025 im Raum Schönewalde/Holzdorf als Anfangsbefähigung (IOC) in Dienst gestellt werden (was auch der vom Vortragenden gelobten unbürokratischen Schnelligkeit und Improvisationsfähigkeit der Brandenburger Infrastrukturbehörden zu verdanken ist).
Trotz aller bisherigen Fortschritte im Beschaffungsprozess des WaSys ist noch viel zu tun, bis die Luftwaffe diese gänzlich neue Fähigkeit von strategischer Bedeutung zur Abwehr Land-, Luft- und See-gestützter ballistischer Raketen vollends nutzen kann. Die zu bewältigenden Herausforderungen betreffen u.a. die volle Integration der neuen Fähigkeit in den Nato-Luftverteidigungsverbund sowie die Zusammenarbeit mit den vergleichbaren US-Waffensystemen des "Upper Layer" in Europa. Spannend bleibt auch die Frage, ob sich weitere europäische (Nato-) Staaten als Arrow-Nutzer finden werden.
Auch dieser sehr informative Vortrag von O i.G. Koepper zeigte, dass trotz vieler "Unkenrufe" große Beschaffungsprojekte aus dem "Sondervermögens Zeitenwende" in relativ kurzer Zeit realisiert werden können.
Damenprogramm
 
 
Per Bus verlegte die gut zwei Dutzend Damen umfassende Gruppe vom Kasino zum Marktplatz der Stadt Kalkar. Die Stadt war im Mittelalter berühmt für ihre Tuchweberei sowie das Brauwesen.
 
Der erste Anlaufpunkt auf dem Markt war die „Gerichtslinde“, dem Blickfang in der Mitte des Platzes, mit ihrem stattlichen Alter von etwa 480 Jahren, einem Umfang von ca. 3,40 m und 10 Metern Höhe. 1972 stellte man fest, dass sie hohl geworden war. In einer besonderen Zahnbehandlung“ füllte man den hohlen Stamm mit Zement auf. Sie erholte sich und erfreut Kalkarer und Besucher bis heute.
 
In früheren Zeiten verkündete man die Urteile über Straftäter an der Linde. Die Verurteilten wurden – der Zeit gemäß - gehängt, gerädert oder enthauptet, je nach Stand entweder bei der  Linde, meist aber auf dem nahen Beginenberg (wo heute die v. Seydlitz-Kaserne steht).
 
 
Am Marktplatz liegt auch das historische Rathaus der Stadt. Ein beeindruckender gotischer Backsteinbau, der seit 1984 unter Denkmalschutz steht. Im Rathaus trafen sich nicht nur die Ratsleute zu Sitzungen, es beherbergte außerdem die Fleisch- und Tuchhalle sowie die Marktwaage. Das mächtige Dachgeschoss diente als Kornspeicher. Heute befindet sich im Untergeschoss ein Restaurant.
 
 
Weiter ging es zur Kalkarer (Wind-) Mühle, erbaut 1770 von einem französischen Leder-fabrikanten. Um den Wind aus allen Richtungen nutzen zu können, wurde ein 28 m hoher Mühlenturm errichtet. Im 19. Jhdt. kamen dann eine Scheune und ein Müllerhaus hinzu. Das ursprüngliche Müllerhaus wurde um 1910 durch ein 2-geschossiges, neugotisches Wohnhaus ersetzt. Die drei Gebäude, Mühle, Scheune und Müllerhaus stehen unter Denkmalschutz. Heute erfüllt die Windmühle erneut ihren ursprünglichen Zweck: Hier wird an bestimmten Tagen wieder Korn gemahlen.
 
 
Von hier ging der Spaziergang zur röm.-kath. Nikolai-Kirche. Kalkar besitzt mit St. Nikolai eine einzigartige mittelalterliche Bürgerkirche aus dem 15. Jahrhundert. Die Silhouette der Stadt wird maßgeblich durch den weithin sichtbaren Kirchturm geprägt. Mit über 70 m Höhe gehört er zu den höchsten sakralen Bauwerken im Klever Raum.
 
 
Das besondere an Nikolai ist jedoch nicht die Architektur, sondern die Ausstattung. Von ihren ursprünglich 17 gotischen Altären sind heute noch 9 erhalten. Besonders sehenswert ist zweifellos der „Sieben-Schmerzen-Altar“, ein gotischer Schnitzaltar aus harter Eiche.
 
Die Kirchenfenster – rundum in der Farbgebung der Himmelsrichtung angepasst - lassen seit dem Jahr 2020 die kunsthistorisch wertvollen Altäre in einem besonderen Licht erstrahlen.
 
 
Nach dem interessanten Besichtigungsprogramm in fanden sich die Damen zur Kaffeepause im Ratskeller zusammen (das eigentlich geplante Café Brödje war leider kurzfristig ausgefallen). Bei hervorragendem Kirsch-Streusel-Kuchen wurden die lebhaften Gespräche fortgesetzt. Die „Notlösung Ratskeller“ erwies sich damit eher als Topfavorit.
 
Abendprogramm
 
 
Nach einer Umkleidepause im Hotel ging es wieder mit dem Bus von Rees zum festlichen Abendessen mit unseren Damen in das Casino Kalkar. Der Saal war festlich arrangiert und erinnerte an vergangene gute Zeiten als die Räume der Heimgesellschaften häufig Treffpunkt für herausgehobene gesellschaftliche Anlässe waren. Die Tischgruppen waren groß genug für das "Zusammenfinden in Neigungsgruppen", um so gemeinsam die Eindrücke des Tages im Gespräch nachzubereiten. Die Kasino-Küche zeigte sich mit einem vielseitigen Buffet von der besten Seite. Der Heimfeldwebel sorgte mit freundlichen Ordonnanzen dafür, dass niemand Durst leiden musste.
 
In seiner Zusammenfassung des diesjährigen Treffens bedankte sich unser Sprecher, GenLt a.D. Ploeger, in unser aller Namen beim anwesenden Gastgeber, O i.G. Worch, sowie der aufmerksamen und zuvorkommenden Casino-Truppe für die hervorragende Unterstützung. Weiter führte er aus, dass Damen- wie Herren einen spannenden Nachmittag hatten. Bei den Herren beeindruckten besonders Top-Themen F-35 und Arrow wegen der Information aus erster Hand.
 
Zuletzt wurden auch die Spekulationen über den nächsten Tagungsort beendet: Es geht am 9./10. September 2026 wieder an einen Luftwaffen-Traditionsstandort im Norden, nämlich zur Unteroffizierschule nach Appen.
Donnerstag, 11.September 2025
Gut 50 TeilnehmerInnen fanden sich am Donnerstag bei unerwartet gutem Wetter am Schiffsanleger vor dem Hotel ein, um mit der „Stadt Rees“ die gut 90-minütige Fahrt nach Xanten anzutreten.
Beim „Boarding“ sah man, dass das Schiff auch Touren in die benachbarten Niederlande macht: Ein Schild im Eingangsbereich wies unmissverständlich darauf hin, dass der Genuss von Cannabis oder Marihuana an Bord strikt untersagt sei. Andere - legale - Drogen (Alkohol) gab es allerdings. Wir genossen die kurzweilige Fahrt mit der schönen Aussicht auf die Landschaft des unteren Niederrheins. Auf halber Strecke nach Xanten war die Baustelle der „Südlink-Stromtrasse“ erkennbar, die dort den Rhein unterquert.
Am Fähranleger in Xanten erwartete uns eine „Bimmelbahn“, die uns in rund 10 Minuten nach Xanten hineinbrachte. An der Tourist-Info in der Nähe des Marktplatzes entließ uns der Zugführer zur Erkundung der Innenstadt nach eigenem Plan. Fast alle machten die Spazierrunde zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten: Dom, Kriemhild-Mühle, Stadttore, Kloster.
Für eine Visite des sehr empfehlenswerten archäologischen Parks mit seinem hervorragenden Museum über das Leben in „Castra Ulpia Traiana – CUT“ war leider die Zeit nicht ausreichend. Der Besuch ist auf jeden Fall zu empfehlen. Er ist sicher auch einen Ausflug, z.B. mit Kindern oder Enkelkindern, wert. Man sollte aber mindestens einen halben Tag für Park und Museum einplanen.
Pünktlich um 14:00 Uhr ging es mit der Bimmelbahn zurück zum Schiffsanleger. Voller Eindrücke begaben wir uns an Bord des Schiffes, welches uns in einer knappen Stunde wieder nach Rees brachte. Nach „tränenreichem Abschied“ machten sich dann alle auf den Heimweg oder wohin auch immer die Reiseplanung führte, nicht ohne sich zu versprechen: „Auf Wiedersehen in Appen am 09. und 10. September 2026!“  
Schlussbetrachtung
Mit unserem 2025-er Treffen haben die Organisatoren einmal wieder ein abwechslungsreiches und informatives Programm entwickelt und eine reibungslose Organisation sichergestellt. Unsere Gemeinschaft kann m.E. stolz darauf sein, immer wieder aus „erster Hand" und in vertrauensvoller Offenheit durch aktive Kameraden informiert zu werden und gefühlt eine gewisse Exklusivität zu genießen. Man spürt, dass wir in der Luftwaffenführung wahrgenommen werden - und wir sollten das auch für die Eigenwerbung, nämlich zahlreiche Teilnahme an unseren Jahrestreffen und für "unsere Nachwuchswerbung" nutzen (das Nachwachsen des "a.D.-Kreises" ist ja verlässlich geregelt!).
So gilt unser Dank den Damen und Kameraden um GenLt a.D. Ploeger für ihre vielfältigen Mühen in der Organisation unserer Treffen, angefangen von der Gewinnung der Referenten, über Erkundungsfahrten bis hin zum Papierkrieg! Würdigen wir es durch zahlreiche Teilnahme an den Treffen. Die "Zeitenwende" hat sich, wie in Kalkar gezeigt, zu einem Katalysator entwickelt; von daher ist auch bei künftigen Treffen gewiss mit hochaktuellen Vorträgen zu rechnen!
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