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Treffen 2024

Unsere Treffen
Unser Treffen am Starnberger See
vom 11. bis zum 12. September 2024
 
von Oberst a.D. Eckard Wiegand
Weiträumigkeit ist bekanntermaßen einer Luftwaffe und deren Führungsdienste aufs Panier geschrieben. So führte das 2024-er Treffen, betrachtet von Wernigerode aus, dem Ort des Treffens im letzten Jahr, knapp 600 km weit nach Süden an den Starnberger See, konkret nach Bernried und Pöcking. Das Hotel "Seeblick" - mit vielgepriesenem Ruf (aber wenigen Parkplätzen) wurde zum Quartier für die meisten dieses Treffens, für alle aber der Treffpunkt für die Bustransporte und besonders für unsere festliche Abendveranstaltung.
 
In der heutigen "Stationierungslandschaft" immer schwerlicher zu erhalten, durften wir bei diesem Treffen wieder einmal mit der Unterstützung der aktiven Truppe durch Bustransporte, Bewirtung  im Casino Maxhof, Bereitstellung des Multi-Media-Tagungsraumes in der General Fellgiebel-Kaserne und aktuellen Informationen durch die Truppe rechnen. Dafür an dieser Stelle nochmals ein großer Dank! Eine so gute Unterstützung und Betreuung ist nicht selbstverständlich - wahrscheinlich hat der TSK-übergreifende, die gleichen oder ähnliche Medien nutzende "Geist der Führungsdienste" hier mitgewirkt. Vielleicht hat auch der Name unseres Ehrensprechers, GenMaj a.D. Poschwatta, mitgeholfen, schließlich war sein Bruder einstmals Kommandeur der früheren Fernmeldeschule des Heeres, in "Fernmeldafing (Feldafing)".


Als militärischer Standort werden Pöcking/ Feldafing mit dem Maxhof und der General-Fellgiebel-Kaserne erst seit 1959 genutzt, beginnend mit der FmSH, später mit der Schule für Informationstechnik der Bw und aktuell durch das Ausbildungszentrum Cyber- und Informationsraum. Der Standort Feldafing ist einigen Älteren unter uns auch noch ein Begriff, weil hier 1970 ein "ganz dickes BV" passierte: Bei einem Einbruch wurden 87 Pistolen, 18 MPi, 2 MG und 2 Signalpistolen entwendet, der wohl größte Waffendiebstahl in der Geschichte der Bw - sieht man vom Neuburger Sidewinder-Diebstahl ab!
Als Namensgeber für die Kaserne wurde 1959 der General der Nachrichtentruppe, Erich Fellgiebel, gewählt, weil er in seiner Schlüsselfunktion den Widerstand gegen Hitler unterstützte und dafür 1944 - vor gut 80 Jahren - in Plötzensee hingerichtet wurde.
Das konnte erfahren, wer in den Pausen die langen Flure des großen Konferenzgebäudes erkundet hat, wo in Tafeln an den Wänden die Standortgeschichte und auch in Teilen die Geschichte der Telegraphen-/Nachrichten-/Fernmelde-/IT-/EloKa-Truppe, ja, auch unser Metier, unsere Führungsdienste, dargestellt wird. Und dabei konnte man auch lernen, dass just unser Tagungsjahr zum 125-jährigen Jubiläum der Aufstellung der Telegraphentruppe 1899 als eigenständige Truppengattung in der Preußischen Armee stattfand. Tagungsort und -jahr Zufall oder durch "unsere ***-Sterne-Führung" geplant? Auch gibt es am Standort eine in Deutschland einmalige, interessante, sehenswerte Lehrsammlung historischer militärischer Nachrichtengeräte mit mehr als 3000 Exponaten, darunter eine voll funktionsfähige ENIGMA- Chiffriermaschine.



Mittwoch, 11. September 2024 Eintreffen und Begrüßung
Nach der individuellen Anreise, meistens schon am Vortage, traf man sich vormittags am Hotel "Seeblick" zum Sammeltransport mit "Y-Bus" nach Pöcking, zum Casino Maxhof, benannt nach einem gleichnamigen früheren Gutshof.
 
In bekannter Weise und traditionell hervorragender Organisation erfolgten im (engen) Foyer des Casinos die Formalitäten durch die Damen des Organisationsteams und so konnte pünktlich zur Mittagszeit unser Sprecher, GenLt a.D. Ploeger, 82 Teilnehmer (von knapp 100 Zusagen), davon 37 Damen, zum diesjährigen Treffen begrüßen.
 
 
Trotz der weiten Anmarschwege (am weitesten für Frau Hermann und Familie Zeltmann, Schleswig-Holstein) und des Altersschnitts (ältester Teilnehmer mit 88 Jahren Maj a.D. Wendt) konnte er mit Freude feststellen, dass dieses Treffen im Süden eine sehr gute Resonanz gefunden hatte. Erfreulicherweise konnten auch bei diesem Treffen einige "Neuzugänge" - ohne namentliche Nennung - begrüßt werden, sowie die Grüße und guten Wünsche unseres "Alt-Sprechers", GenMaj a.D. Poschwatta ausgerichtet werden.
 
Bevor der deftige Mittagsimbiss mit Soljanka und Kürbis-Kartoffelsuppe gereicht wurde, gab unser Sprecher den Startschuss zu Spekulationen über den Tagungsort für 2025: wahrscheinlich ein "K-Ort", am Rhein gelegen?
 
Anschließend teilte sich die Gruppe: die Damen machten ihr Ding, das Damenprogramm, während die Herren im Fußmarsch zum imposanten modernen Lehrsaalgebäude der Gen.-Fellgiebel-Kaserne verlegten.
 
Hier erfolgte eine kurze Einweisung in Sachstand der "Zeitenwende" und die Themen des Programms sowie die Vorstellung von zweien der nachfolgenden Referenten, Herrn Bil und Oberst Bock, in Vertretung des Gastgebers, BrigGen Simon, Kommandeur des Ausbildungszentrum Cyber und Informationsraum.
 
 
Der guten Tradition folgend wurde dann durch namentlichen Aufruf 26 seit dem vergangenen Treffen verstorbener Kameraden gedacht: Stille - Trauer - Nachdenklichkeit - Erinnerungen! Bedenkt man, dass hier nur die uns bekannt gewordenen und auf unserer Gedenkseite veröffentlichen Kameraden einen Teil unserer Verstorbenen darstellen, so wird man sehr nachdenklich darüber, wie sich die Reihen in den Jahrgängen lichten.
Vorbemerkung zum Bericht über die Informationstagung
 
 
Nachfolgend möchte ich einen Abriss über die Vorträge geben; er geht weniger ins Detail als in den Berichten der Vorjahre. Das ist einerseits der aktuellen Lage geschuldet, dass wir uns zwar nicht im Krieg, aber auch nicht im Frieden befinden, andererseits entspricht es dem Wunsch der Referenten, die uns "Veteranen" in großem Vertrauen mit z.T. schutzbedürftigen Informationen versorgen. Dies möchten wir uns auch für die Zukunft erhalten! Und schließlich der ganz persönliche Faktor: 18 Jahre nach Versetzung in den Ruhestand ist man mit den aktuellen Themen und Entwicklungen der Luftwaffe nicht mehr so gut vertraut, dass man kompetent im Detail berichten könnte.
 
Erster Vortrag durch Herrn Ryszard Bil: "Neue Technik gegen neue Bedrohungen - Radarentwicklungen (Weltraum..., Passiv....,) und EloKa"
Mit Herrn Bil war es gelungen, einen herausragenden wehrtechnischen Ingenieur für Radartechnik und elektronische Kampfführung als Referenten zu gewinnen. Seine persönliche Vita ist so einzigartig wie sein beruflicher Werdegang und die jetzige Tätigkeit in Forschung und Technik bei der Firma Hensoldt außergewöhnlich ist. So war bei der Vorstellung zu erfahren, dass er, gebürtiger polnischer Staatsbürger, in den 1960er Jahren als Soldat bei der Südafrikanischen Luftwaffe im Bereich Radarelektronik diente und später in ziviler Funktion u.a. als Chefingenieur mit Spezialisierung auf Feuerleitradare tätig war. Seit 1998 ist er in der deutschen Rüstungsindustrie in seinem Fachgebiet tätig. In seinem Vortrag spannte er den Bogen von heutiger Radartechnik - aktiv wie passiv - für den erdnahen Luftraum bis hin zur Überwachung des Weltraums. Er zeigte heutige wie künftige Möglichkeiten zur Erfassung von Bedrohungen in allen Höhenbändern auf und ging auf Gefahren durch Fluggeräte von "small – low, low and slow, to very high and very fast"  ein. Da ging es um kleinste Radarrückstrahlflächen von Drohnen, um Stealth-Eigenschaften aktueller Tarnkappenflieger, zu Schwierigkeiten, aber auch Möglichkeiten ihrer Erkennung und Möglichkeiten zur Bekämpfung.

Es ging um kleine Drohnen mit niedriger Geschwindigkeit bis hin zur Bedrohung durch Hypersonic Cruise Missiles und Hypersonic Glide Vehicles, die Geschwindigkeiten zwischen Mach 5 und Mach 7 erreichen - bereits heute aktuell auf dem Kriegsschauplatz Ukraine.
Weiter wurde vorgetragen zu Chancen und Möglichkeiten, aber auch Problemen weiterer Entwicklungen auf dem Radarsektor im Hinblick auf die veränderte Bedrohung, die durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz noch lange nicht "am Ende ihrer Tage ist"; als Stichworte seien u.a. genannt "synchronisierte Radarsystemverbünde", "Monostatische und bi-statische Radarverfahren". Zum Vortrag gehörten auch Sachstand und Weiterentwicklung zu Radaren wie TRS, TRML und zum AESA-Radar des Eurofighter.
Zusammenfassung und Ausblick:
Die letzten 50-60 Jahre Radartechnik kommen langsam aber stetig in eine Welt voll digitaler, Software-definierter Radare, wobei riesige Datenmengen zu verarbeiten sind. Multifunktionale Systeme sind die Zukunft, welche Daten von Radaren aller Art, von Elektronischer Aufklärung und -Kampfführung mittels Daten-Links zusammenzuführen. Die Fragen und Antworten unter Moderation unseres Sprechers beleuchteten abschließend noch verschiedene Aspekte des Vortrags.


Zweiter Vortrag durch den StvInspLw, GenLt Lutz Kohlhaus: "Die Luftwaffe in der Transformation - Eine Tour d`Horizon zum Sachstand der Zeitenwende in der Luftwaffe"
Mit der Anwesenheit von GenLt Kohlhaus wurde zur Freude der Teilnehmer des diesjährigen Treffens unsere Vereinigung zum ersten Mal (m.W.) durch einen Inspekteur/Stellvertreter beehrt! Im freien Vortrag ging er auf aktuelle Schwerpunkte und Herausforderungen der Luftwaffe, auf Erfahrungen aus dem Übungsgeschehen der Lw sowie auf Lw-/LV-spezifische Erkenntnisse des UKR-Krieges ein und gab freimütig Ein- und Ausblicke auf  "schöne und weniger schöne Dinge" in der Luftwaffe.
 
Ein zentrales Thema ist neben der Frage der Munitionsbevorratung die personelle Lage. Darüber hinaus steht die Förderung der Durchhaltefähigkeit und der Überlebensfähigkeit im Fokus der Lw-Führung, die untrennbar und sehr komplex wiederum mit der personellen Ausstattung verbunden ist. Wenn man beispielsweise in einem Taktischen Lw-Geschwader neben dem waffensystemspezifischen Einsatz robuste Fähigkeiten für die Landes- und Bündnisverteidigung sicherstellen will bei Brand- und Objektschutz, Selbst- und Kameradenhilfe, bei ABC-Schutz oder gar Flugabwehr, so wäre ein Fluggerätemechaniker an einem Tag 8 Stunden am WaSys und 8 Stunden im Objektschutz eingesetzt und hätte dann, wenn es gut geht, 8 Stunden in Ruhe - auf dem Feldbett in einer Halle!
 
 
Zudem wächst mit der Beschaffung der Waffensysteme IRIS T, dem Aufwuchs bei PATRIOT und dem Aufbau von ARROW 3 (das zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik/der Luftwaffe eine souveräne nationale Frühwarn- und Flugkörperabwehrfähigkeit ermöglicht!) der Personalbedarf allein in der FlaRak-Truppe um einige hundert Köpfe!
In der Folge ging GenLt Kohlhaus auf sehr interessante Erkenntnisse aus dem Einsatz "seines WaSys PATRIOT" in der UKR ein, insbesondere im massiven Drohnenkrieg.
Breiteren Raum nahmen die Erfahrungen aus der Übung "Defender 2023" und anderen Übungen ein. Erinnern wir uns: "Defender" war eine erfolgreiche Großübung mit etwa 10.000 Übungsteilnehmern und 250 Lfz - bei hohem Klarstand und mit über 2000 Sorties in allen Einsatzformen und vor allen Dingen ohne Besondere Vorkommnisse im Luftraum. Eine Besonderheit war u.a. die Verlegung von Lfz der USA Air National Guard aus 42 US-Bundesstaaten nach Europa, die hier versorgt und untergebracht werden mussten. Daraus ergaben sich auch "unschöne Erkenntnisse" hinsichtlich allgemeiner logistischer Infrastruktur, Sheltering, Cross-Servicing, Treibstoffversorgung, Lagerung von Munition......
Wie im Vortragstitel angekündigt, durfte bei der Tour d`Horizon das Beleuchten vieler weiterer Handlungsfelder der Lw nicht fehlen.
Beginnend mit dem Sachstand zu unserem DCRC (er nannte es zu meiner persönlichen Freude ein "Goldkörnchen") zeigte er aus aktueller Kriegserfahrung Ideen und Möglichkeiten hinsichtlich Beweglichkeit, "reach back" und modularem Aufbau auf. Mit Freude nahmen die meisten "Radarführer" auf, dass sich das einstmals unter Schmerzen und im Widerstreit verschiedener Systemprotagonisten (Ost-West, Nord-Süd, off-the-shelf usw.) geborene GIADS bewährt hat, so dass GIADS IV erfolgversprechend voran geht und sogar GIADS V angestrebt wird. An dieser Stelle wurde auch ACCS genannt. Die früher im ACCS-Projekt eingesetzten Kameraden waren sicher nicht erfreut zu hören, dass dieses "tot" sei - was auch das NATO ACCS-DARS betreffe. Bei den heutigen Fähigkeiten der CRC sah er Anpassungsbedarf und Revitalisierung in neuen erweiterten Aufgaben. Der Begriff "Sensibilisierung" wurde genannt - ich verstand ihn eher an die Adresse der Ehemaligen als Transformatoren gerichtet.
Hinsichtlich der Fliegenden Waffensysteme ging der StvInspL auf Planungen und Überlegungen für die Zukunft ein: unbemannte collaborierende/ kooperierendende Luftfahrzeuge mit erheblich geringeren Betriebskosten ggü. bemannten Systemen sollen ab 2030 eingeführt werden, weil man auf das Future Combat Air System (2040+) nicht warten will/kann. Interimslösungen auf diesem Wege seien mit dem Eurofighter wohl weniger, mit der F 35 aber denkbar und möglich. Die Datenvernetzung der F 35 mit anderen Systemen am Boden und in der Luft ist eine besondere Herausforderung, die es zu lösen gilt.
Um "Multi Domain Operations" durchführen zu können, sei die digitalisierte, mit zunehmender Sensorik und Datenfusion verbundene gemeinsame skalierbare Lagedarstellung für Combined and Joint Operations wichtigste Voraussetzung und zugleich eine Herkules-Aufgabe - für viele im Zuhörerkreis eine eher "hard to understand domain ".
Für strahlende Blicke und höher schlagende Herzen bei uns Veteranen (oder auch Erinnerung an früheren "Bammel" vor den Überprüfungen der Nato Command Forces) sorgte die Ankündigung, dass sich die Luftwaffe mit einer Wiedereinführung der TACEVALS beschäftigte. Doch mit welchem know how, wie und mit wem? Mancher sah im Geiste schon den Einberufungsbefehl auf sich zukommen.
Am Schluss sprach GenLt Kohlhaus mit seiner Feststellung: "Man hat nie genügend Luftverteidigung" wohl allen aus dem Herzen. Mit Fragen und Diskussionen, wie immer unter Zeitdruck, endete dieser Vortrag.

Herr General Kohlhaus, wir danken ihnen für Ihren eindrucksvollen und "ungeschminkten" Vortrag, der uns das Gefühl vermittelt hat, immer noch ein Teil unserer Luftwaffe zu sein!
Dritter Vortrag durch Oberst Michael Bock: "Von der IT-Schule der Bundeswehr zum Ausbildungszentrum Cyber- und Informationsraum - Unser Gastgeber stellt sich vor"
In Vertretung des Kommandeurs des AusbZ CIR, BrigGen Simon, stellte Oberst Bock in seinem anschaulichen Vortrag "seine TSK und Schule" vor. Das in Bonn stationierte und von einem Inspekteur geführte Kommando CIR ist das jüngste Kind unter den Teilstreitkräften der Bundeswehr, aus der Taufe gehoben mit dem Osnabrücker Erlass vom April 2024. Die eigene Teilstreitkraft wurde geschaffen, um der gewachsenen Bedrohung im und den gestiegenen Anforderungen des CIR Rechnung zu tragen. Mit der Aufstellung des Kdo CIR erfolgt erstmalig in der Geschichte der Bw die Zusammenfassung aller relevanten Akteure des Cyber- und Informationsraumes unter einem Dach. Die Fähigkeitsverantwortung des InspCIR wirkt zwar in alle TSK ein, eine eigene Offiziersschule für die Ausbildung künftiger Offiziere in der Dimension CIR ist nicht vorgesehen.
Stattdessen gibt es entsprechende Ausbildungsmodule in den Ausbildungsplänen der Offiziersschulen von Heer, Luftwaffe und Marine.
Das Aufklären von gegnerischen Fähigkeiten und das Wirken gegen gegnerische Ziele im CIR - teilweise der EloKa unserer Führungsdienste entsprechend - ist der Kernauftrag der TSK. Er beinhaltet aber darüber hinaus auch den Betrieb und Schutz der IT-Systeme der gesamten Bw und man versteht sich auch als Treiber der Digitalisierung in der Bw ("… wer nicht digitalisiert, verliert …“).
Etwa 16.000 Menschen dienen in 25 Verbänden und Einheiten an 19 Standorten, verteilt auf 8 Bundesländer in dieser TSK. Mit einem 89-prozentigem Anteil an militärischen und 11 Prozent zivilen Dienstposten erfüllen diese in 93 Spezialisierungen (!) ihren Auftrag.
Das Ausbildungszentrum selbst, gegliedert in sechs Abteilungen, bildet das Fachpersonal der gesamten Bw für die Bereiche IT, EloKa und MilNW aus und ist mit 1140 DP an sieben Standorten (Flensburg, Bonn, Karlsruhe, Pöcking, Feldafing, Kleinaitingen, Untermaitingen) ausgestattet, die jedoch (noch) nicht alle besetzt sind. Dennoch konnte der Ausbildungsauftrag mit ca. 11.500 erfolgreichen Absolventen (jährlich) erfüllt werden. Dass die Erkenntnisse des aktuellen Krieges in der UKR fortlaufend in die Ausbildung einfließen, ist selbstredend, u.a. auch, weil das AusbZ Ausbildungsunterstützung für die UKR-Streitkräfte leistet und dadurch auch „Insiderkenntnisse“ vorliegen. Die Schule selbst ist auch häufig Ziel von Cyber-/IT-Attacken.
In der abschließenden, angeregten Diskussion konnte noch manches Detail im Hinblick auf das Herstellen einer Kriegstüchtigkeit erfahren werden. Der Drohnenkrieg wurde dabei ebenso diskutiert, wie die Zusammenarbeit zwischen AusbZ CIR und BSI.
Ein großes Dankeschön geht an dieser Stelle nochmals an unsere Gastgeber für die interessanten Informationen und für die logistische Unterstützung unseres Treffens!
Das Damenprogramm
 

Es gehört zum festen Bestandteil unserer Informationstagungen und es bedarf immer einer besonderen Weitsicht und Einfühlungsvermögen, ein ansprechendes Programm anzubieten. Wieder einmal ist es unserem Organisationsteam gelungen, die Möglichkeiten und Besonderheiten der Region zu entdecken und für das Damenprogramm zu nutzen.
 
Dieses Mal startete es mit einer 20-Minütigen Fahrt vom Casino Maxhof nach Possenhofen. Warum Possenhofen? Eigentlich ein unbedeutender Ort, verglichen mit anderen weithin bekannten Plätzen rund um den Starnberger See. Den Leserinnen diverser Frauen-Illustrierten oder vielleicht heimlichen Verehrern der "Königlichen Hoheit" Sissi, der Gemahlin des Kaisers Franz Joseph, ist dieser Ort nicht unbekannt. Hier konnte man etwas näher in Sissis Leben eintauchen.
 
Der ansehnlichen Teilnehmerinnenzahl entsprechend wurde in zwei Gruppen unter sachkundiger Führung eine Besichtigung durch das "Sissi-Museum" vorgenommen. Elisabeth, der "Sissi", geboren und aufgewachsen in Possenhofen,, wurde hier im ehemaligen Bahnhof des Ortes ein kleines Museum gewidmet, das einen Einblick in das Leben der späteren K.u.K. Kaiserin gibt.
 
Sissi wurde 1837 als viertes von neun Kindern von Max, Herzog von Bayern, und seiner Frau Ludovika, geboren, und nichts deutete zunächst auf ihre spätere Berühmtheit hin. Erst als ihre ältere Schwester Helene, von langer Hand und durch österreichische Tradition (.....felix austria...) mit Franz Joseph verbandelt werden sollte, änderte sich das. Kein Plan überlebt das erste Gefecht (so eine militärische Weisheit...), traf auch hier zu: Franz entschied sich für die 17-jährige Sissi und damit begann ihr glanzvolles Kaiserliches und Königliches, aber auch tragisches Leben (Helene blieb "bei ihren Leisten", heiratete später den Maximilian von Thurn und Taxis und soll sehr glücklich mit ihm gewesen sein....).
 
So wurde hier u.a. in Erinnerung gerufen, dass Sissi mit Franz Joseph vier Kinder hatte, die jüngste Tochter Sophie verstarb mit zwei Jahren. Den Tod des einzigen Sohns, Rudolf, der sich 1889 auf Schloss Mayerling mit seiner jungen Geliebten das Leben nahm, hat sie nie verwunden.
 
Ihre "Wellness-Reisen", die sie durch viele mondäne Badeorte führte und wohl mehr Flucht vom kaiserlichen Hof, denn Kurbedürftigkeit waren, fanden ihr tragisches Ende, als Elisabeth, Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn, am 10. September 1898 in Genf einem Attentat durch einen Anarchisten zum Opfer fiel. Dass sich der Attentäter später in seiner Gefängniszelle erhängte, hätte ihr vielleicht Genugtuung verschafft. Der Mythos Kaiserin Elisabeth von Österreich und Königin von Ungarn ist bis heute erhalten geblieben und lebt in ganz Europa, besonders jedoch in ihrem Geburtsort Possenhofen weiter.
 
Nach dem Rundgang in dem kleinen, aber beeindruckenden Museum ging es per Bus nach Bernried zum gemütlichen Teil, dem Kaffeetrinken, in das Cafe Buffi (im Museum Buchheim), wo sich die Damen ausgesuchten Kuchen und Kaffee schmecken ließen. Der Kuchen wurde auf dem anschließenden Fußmarsch zum Hotel wieder abtrainiert.


Abendprogramm - Festliches Abendessen mit Damen

 
 
Zum traditionellen gesellschaftlichen Höhepunkt fand man sich gegen halb acht im Festsaal des Hotels zusammen. Entgegen mancher Bedenken vom lockeren Treffen des Vorabends, wo man sich durch recht enge Reihen schlängeln musste, war im ansprechend  arrangierten großen Festsaal nichts mehr von Enge zu spüren. Die großen runden Tischarrangements erlaubten größere Gruppen und kamen der Kommunikation untereinander zugute, wie man es nun "runden Tischen" so nachsagt.
 
 
Bevor das kalt-warme Buffet eröffnet wurde, resümierte unser Sprecher das Programm des Tages: ".....wir hatten Glück mit dem Wetter, wovon das Damenprogramm besonders profitiert hat,......durch die Vorträge des Nachmittags von Herrn Bil, GenLt Kohlhaus und O Bock fühlen wir uns bestens informiert (durch den unseres StvInspL auch aufgerüstet) .....und freuen uns dankbar, dass unsere Referenten auch jetzt unter uns sind. Die 3-K-Frage zum nächsten Treffen bleibt offen......machen Sie im kameradschaftlichen Umfeld Reklame für uns.... wir freuen uns über jeden Neuzugang...."
 
Mit dem leckeren Abendessen, bei angeregten Gesprächen und in ausgelassener Stimmung ging dieser Abend viel zu schnell vorbei.
 
 
Dem Organisationsteam möchte ich an dieser Stelle im Namen aller Teilnehmer am Treffen für ihre Mühen danken! Die weisen Dankesworte, die der Ehrensprecher "Poschi" sonst formulierte, wurden vermisst, und ich glaube, Herr General Poschwatta, dass am Ende des Gesellschaftsabends viele Gedanken und Herzen bei Ihnen und Ihrer Ehefrau waren! Vielleicht können Sie beim "K-Treffen 2025" wieder dabei sein!


Donnerstag, 12. September 2024 Fakultativprogramm: Große Rundfahrt auf dem Starnberger See

 
 
"Leinen los" hieß es am Donnerstag um 11:40 Uhr mit der Abfahrt vom fußläufig entfernten Schiffsanleger Bernried. Eine stattliche Gesellschaft von 57 Personen machte sich bei regnerischem Wetter mit einem Schiff der "Bayerischen Seen-Schifffahrt" auf, den von zahlreichen Legenden umwobenen und als (teures) Freizeit- und Ferienparadies geschätzten Starnberger See zu erkunden. 21 Kilometer lang ist der See zwischen Starnberg am einen und Seeshaupt am anderen Ende und bis 128 Meter tief.
 
Bei etwa 5 km Breite konnte man prunkvolle Schlösser und elegante Villen zu beiden Seiten des Sees bestaunen, die einem von der Landseite her zumeist verborgen bleiben. Leider ließ es das unfreundliche Wetter kaum zu, vom Oberdeck aus das Panorama zu genießen.
 
Die Fahrt führte über 11 Anlegerstationen, u.a. Seeshaupt, Tutzing, Starnberg und Possenhofen, und man konnte manche Sehenswürdigkeit vom Schiff aus sehen. Besonders beeindruckend war die romantische Roseninsel, wo König Maximilian II. ein Sommerrefugium geschaffen hatte und wo sich einst auch "Kini" Ludwig II. und das "Sisserl" trafen.
 
Natürlich bleibt auch die Votivkapelle zur Erinnerung an den "Märchenkönig" Ludwig II. im Gedächtnis haften: sie steht an der Stelle, wo er weiland am 13. Juni 1886 ins Wasser ging.
 
Gegen 16:00 Uhr landeten wir wieder in Bernried. Bei ungemütlichem Wetter gingen wir auseinander: einige brachen zur Heim-/ Weiterreise auf, andere blieben noch für eine weitere Übernachtung.
Dank

Wieder einmal durften wir dank der Phantasie und der Mühen unserer Organisatoren sowie der Unterstützung durch unsere aktiven Kameraden ein gelungenes Jahrestreffen erleben. Wir sind froh, dass wir ein engagiertes und immer noch mit der aktiven Truppe gut vernetztes Führungsteam haben. Ohne ein solches könnten wir nicht in de Genuss anspruchs- und vertrauensvoller Vorträge kommen! Möge dieses Engagement auch künftig durch rege Teilnahme an unseren Treffen honoriert werden!
  
Auf ein hoffentlich zahlreiches und möglichst gesundes Wiedersehen in Kalkar (diese K-Frage ist nun auch gelöst)!
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